Teil 5 - Meister der Lügen

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  • „Wahrheit ist, was vom Medienmarkt als solche verkauft wird.“
    Dass die Medien einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben, ist klar. Wenn man uns Menschen nur oft genug aus verschiedenen Quellen eine bestimmte Sache erzählt, glauben wir es irgendwann und verbreiten diese Dinge automatisch auch an unsere Mitmenschen weiter, oft ohne, dass wir die Dinge vorher auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft haben.

    Man kann sich einfach nicht mit allen Themen intensiv beschäftigen, und so bleibt uns gar nichts anderes übrig, als auf die Seriosität der Medien zu vertrauen. Da die Presse viel dafür tut, eine Geschichte so aufregend wie möglich darzustellen und ihre Informationen meist auch nur aus anderen Zeitungen hat, kommt es schnell zu Gerüchten. Es entstehen Mythen, die oft wenig mit der Realität zu tun haben.

    Ein, zwei Zeitungen schreiben etwas, von dem sie glauben oder glauben wollen, dass es wahr ist, die anderen übernehmen dies, die Leser übernehmen das auch wieder und verbreiten es unter den Menschen, bis es fast alle, die sich nicht intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben, glauben.

    Die Medien spielten und spielen eine große Rolle dabei, dass die Böhsen Onkelz in der Öffentlichkeit als Naziband da stehen.

    Ein Fan:
    „Warum konnte Hitler die Juden umbringen lassen? Weil man den Deutschen irgendwelche Lügen oder Halbwahrheiten erzählt hatte. Diese Göbbelschen Propagandamethoden wurden nach dem II. Weltkrieg noch verfeinert heute bestimmen das Fernsehen und die Zeitungen die Meinung der meisten Menschen. Denn wenn man ihnen einen beliebigen Text vorsetzt, am besten noch mit einem netten, leicht verdaulichen Kommentar versehen kann man wunderbar die Meinung manipulieren.

    Die wenigsten machen sich die Mühe, diese Dinge zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. O.K. der Vergleich mit Hitler und den Juden ist hier vielleicht etwas unpassend, war aber für mich der einleuchtendste und überzeugendste. Warum hat denn damals diese Sachen niemand hinterfragt weil es bequem war?!“

    In den frühen Jahren der Onkelz gab es kaum irgend etwas über sie in der Presse zu lesen. Erst als sie schon längst aus der Skinheadszene ausgestiegen waren, Anfang der neunziger, wurde die Presse auf einmal aufmerksam auf sie und schrieb von der Faschoband, die sich jetzt angeblich ändern will.

    Wobei Leser, die die Geschichte der Böhsen Onkelz genauer kannten, beobachten konnten, dass es in den Artikeln derjenigen, die soviel Negatives über die Onkelz schrieben, von Fehlern nur so wimmelte. Daten, Namen, Fakten wurden vertauscht, manipuliert, so verändert, bis sie in das Bild, das die Presse von den Böhsen Onkelz haben wollte, passten. Liedtexte wurden verändert oder ganz ausgedacht, es wurden Bilder von ganz anderen Bands veröffentlicht und als die Böhsen Onkelz bezeichnet, und immer wieder wurde behauptet, dass „Türken Raus“ auf der ersten LP veröffentlicht wurde, und sie deshalb indiziert wurde.

    Außerdem verlegte die Presse die Distanzierung der Böhsen Onkelz von der Skinheadszene oft in die Jahre zwischen 90-95, die Punkzeit wurde meist ganz verschwiegen. Das passte nicht in das Bild der Medien, sie „wussten“, Punks sind links und Skins sind rechts, und in ihrer Welt musste das alles so seinen Platz haben, und wehe, jemand brachte da was durcheinander.

    Sicherlich ist es nur menschlich wenn einem mal ein paar Fehler bei einem Artikel unterlaufen, aber auffällig war es schon, dass gerade diejenigen, die über die Onkelz meckerten und sie als Naziband bezeichneten, diejenigen waren, die gar keine Ahnung von dem Thema hatten und sie unbedingt als die böse Fascho-Band sehen wollten.

    Die Leser, die vorher nichts über die Onkelz wussten, mussten zwangsweise das glauben, was die Presse ihnen über diese Band berichtete. Die Grundaussage der Presse war, dass sich die Onkelz nur deshalb von der rechten Skinheadszene abgewendet hatten, um mehr Geld zu verdienen. Ihre Vergangenheit wurde oft nur mit dem Song „Türken raus“ beschrieben.

    Farin & Seidel-Pielen: „Ein pubertärer Hasssong, der schnell wieder in Vergessenheit geraten wäre, wenn er sich gegen Punks, Hippies oder Bullen gerichtet hätte… den kein einziger unserer Kollegen, die wir fragten, jemals gehört hat, auch nicht diejenigen, die ihn in ihren Artikeln als „Beweis‘ für die rechtsradikale Ausrichtung der Onkelz anführten.“

    Es wurde behauptet, die Onkelz hätten gemerkt, dass man in dem kleinen Kreis der Rechten nicht genug Geld machen könnte und dass die Geschäfte ihre Platten nicht verkaufen und dass sie deshalb „von heute auf morgen links geworden“ sind, in Wirklichkeit aber noch rechts sind, ihre neueren Liedtexte auch nicht das Gegenteil beweisen und dass sie lauter rechtsradikale Fans haben. Die meisten Journalisten, das merkte man, schrieben nur voneinander ab.

    Kaum einer hielt es für nötig, genauer zu recherchieren oder sich auch nur eins ihrer Lieder einmal anzuhören. Sie waren an einer aufregenden, reißerischen Story interessiert, die die Leser empören und schockieren sollte. Nur zu schreiben, „sie waren früher Skinheads und jetzt nicht mehr“, wäre recht langweilig gewesen. Deshalb dichteten sie sich Dinge dazu, um es noch spannender zu machen.

    Stephan: „Ich krieg Presseartikel in die Hand, wo über Ausschreitungen nach Konzerten von uns die Rede war, wo Ausländerheime zerschlagen wurden, an Orten, wo wir niemals gespielt haben. BILD-Zeitung Berlin ruft mich an: „Erzähl doch mal was über deine Naziband!‘ Sag ich: „Wir sind keine Naziband.‘ — „Ja, was soll ich denn dann schreiben?‘ So wird recherchiert.“

    Kommentar eines Fans:
    „Es gibt eben noch viel zu viele, die nur von Vorurteilen existieren können, ansonsten gehen sie jämmerlich gelangweilt zu grunde“

    Edmund Hartsch: „Wer den Onkelz Rechtsradikalismus vorwerfen wollte, der musste schon sehr tief graben, lange zurückrechnen und der durfte nicht enttäuscht sein, wenn er nur dümmlichen Patriotismus, Russellsches Wahngeschwätz und Gewalt gegen jeden und alles finden würde.“

    Einige verstanden es als ihren Beitrag gegen Rassismus, einen negativen Artikel über die Böhsen Onkelz zu schreiben. Immer wieder war von der „Aufhetzband für Neonazis“, von „lauwarmen Distanzierungen“ und von alten „Naziplatten“ und der „verbotenen Platte“ die Rede, ohne irgendwelche Hintergründe dazu zu kennen.

    Einige erwähnten nicht mal, dass sich die Onkelz von der rechten Szene distanziert hatten, sondern schrieben nur von einer Neonaziband. Die anderen versuchten krampfhaft, in ihren neueren Texten versteckte rechtsradikale Botschaften zu finden.

    Aus einem Antifa-Magazin: „An diesen Texten ist sehr sorgfältig und mit sprachwissenschaftlicher Gründlichkeit gefeilt worden.“ In einem anderen Magazin stand: „Die Texte lassen sich auf einen einzigen Kerngedanken reduzieren: Gebt uns wieder einen Führer!“ Ein Journalist vom „Darmstädter Echo“, Bert Hensel, trieb es auf die Spitze und schrieb in seinem Kommentar mit dem Titel „Was ist eine Jugendsünde?“ folgendes: „Einfluss nehmen kann nun auch die Bundesprüfstelle nicht mehr. Neue Texte sind so verklausuliert, dass sie den Index unterschwimmen. Eine Gebrauchsanweisung geben die Onkelz bei ihrem jüngsten Ausfluß aber schon. Im Beiheft zur Platte (Heilige Lieder): ‚Wenn Ihr versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, werdet ihr eine Menge mehr über uns erfahren‘. Zwischen Zeilen steht bekanntlich nichts.

    In einem harmlos nach Mädchennamen klingenden Songtitel aber Bekanntes. Der heißt: ‚Noreira‘. Von hinten entschlüsselt, liest sich das so: ‚Arier on`.“ Das Lied, was er da entschlüsselt haben will heißt in Wirklichkeit „Noreia“ und nicht „Noreira“, erschien auf der „Heilige Lieder“-LP 1994 und ist eine Liebeserklärung auf Weidner-Art an seine damalige, (aus dem Iran stammende) Freundin:

    Noreia

    Der Psychofick, Gedankensex
    Die Nahrung für’s Gehirn
    Ich will nicht nur Deinen Körper
    Ich will Dein Innerstes berühr’n
    Die zartesten Gefühle
    Deine schmutzigsten Gedanken
    Ich will Sex mit Deiner Seele
    Deinen Wahnsinn will ich…

    Willst Du mich spür’n
    Tief in Dir spür’n
    Willst Du meine Seele
    Mein Innerstes berühr’n
    Komm‘ sag‘ mir
    Willst Du mich spür’n
    Tief in Dir spür’n
    Willst Du meine Seele
    Mein Innerstes berühr’n
    Noreia

    In diesem Lied sollte nun die Botschaft „Arier on“ versteckt sein?
    Das Lied entstand auf der Mexico Reise von Stephan und seiner Freundin. Noreia bedeutet „Mutter Erde“. Dieses Wort war in den Gesprächen zwischen den beiden oft gefallen.
    Für Bert Hensel und all die anderen „paranoiden Arschlöcher“, schrieben die Onkelz 1996 „Enie Tfahcstob Rüf Ediona-Rap“ — Eine Botschaft für Paranoide.
    Wer sich die Mühe machte, das Lied auf Tonband zu schneiden und dann rückwärts abspielen zu lassen kriegte folgendes zu hören:

    Herzlichen Glückwunsch. Es muss eine Menge Arbeit gewesen sein, dieses Lied rückwärts abzuspielen. Entweder du bist eines der paranoiden Arschlöcher, für die wir dieses Lied gemacht haben, oder du bist einfach nur neugierig. Ersteren sei gesagt: Wer rückwärts gesprochene satanistische oder faschistische Botschaften auf unseren Platten sucht, muss ausgesprochen dämlich sein und außerdem unter extremem Verfolgungswahn leiden. Armes Schwein, du tust uns echt leid. Sperr dich ein und schmeiß den Schlüssel weg.

    Die Leute, die die Böhsen Onkelz so stark kritisierten, meistens ohne dass sie viel über diese Band wussten, waren oft gerade diejenigen, die sich als tolerant und vorurteilsfrei bezeichneten.

    Stephan: „Ich bin einfach maßlos enttäuscht, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich denke, dass ich einfach merke, wie Leute, die doch sehr, sehr, oder denen das Dogma anheftet, doch sehr offen zu sein, mit fadenscheinigen Argumenten versuchen, uns in dieser rechten Ecke zu halten.“

    Beim Lesen der Artikel hat man das Gefühl, dass sie sich freuten, dass es da jemanden gab, über den sie herziehen konnten, sie wollten wohl geradezu, dass die Onkelz rechts sind und konnten es nicht einsehen, dass es vielleicht besser ist, jemandem, der sich ändern will, auch die Chance dazu zu geben.

    Ein Fan:
    „Die Medien haben einen Buhmann gefunden, dem sie alles in die Schuhe schieben können. Nachdenken oder Nachforschen über die Ursachen und Hintergründe ist gar nicht erwünscht. Typische besch… ‚Political Correctness‘ eben. Wer nicht in das Bild der Medien passt (denn die regieren ja schließlich entweder mit ihrem Geld oder mit ihrer Meinungsmache) wird gnadenlos vernichtet. Dass das glücklicherweise nicht immer klappt, sieht man an den Onkelz.
    Allerdings habe ich mich auch schon gefragt, was geworden wäre, wenn die Medien sie einfach ignoriert hätten: Wahrscheinlich wären sie schon nach relativ kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwunden. Doch durch diesen Kampf und die ständige Verteidigung sind sie erst zu dem geworden, was sie heute sind.“

    Stephan: „Ich glaube, wir wissen ganz genau, dass die Onkelz sich gewisse Dinge auch selbst zuzuschreiben haben. Die Dimension, die das alles angenommen hat, konnte keiner von uns wissen — und steht auch in keinem Verhältnis, was man der Band so nachsagt. Wir sitzen irgendwie zwischen den Stühlen. Für die Rechten sind wir Verräter oder sonst irgendwas, Kommunisten etc… Für die Linken sind wir Nazis. Irgendwo in der Mitte ist ein Platz, an dem ich mich ganz wohl fühle, nur diese Angriffe von der Presse, die können wir so nicht auf uns sitzen lassen. Das ist einfach erstunken und erlogen.“

    Von der Antifa, hörte man immer wieder den Spruch „einmal rechts, immer rechts“, wie auch in dem Anti-Onkelz-Song „Liebe Tanten“ von der Punkband „Hass“, in dem es heißt: „Nazischwein bleibt Nazischwein“. Anscheinend wollte niemand, dass sich die Böhsen Onkelz geändert hatten oder dass überhaupt jemand, der „rechtsradikal“ ist, irgendwann mal die Möglichkeit hat, anders zu denken.

    Die Meinung der Öffentlichkeit wurde durch die Medien stark manipuliert, kaum einer weiß, dass die Skinheadzeit der Onkelz inzwischen schon über zwölf Jahre her ist, und viele ließen sich von der „Wolf-im-Schafspelz“-Theorie überzeugen und kaum einer in der Musikindustrie wollte etwas mit den Böhsen Onkelz zu tun haben, so dass sie alles selbst machen mussten.

    Auch heute noch sind viele Leute den Böhsen Onkelz gegenüber negativ eingestellt und wollen das Thema erst gar nicht an sich heranlassen. Ein Journalist vom „Badischen Tagesblatt“ schrieb 1995: „Mir war das Frankfurter Quartett immer suspekt… Ich kannte ihre Songs nicht, ich wollte sie nicht kennen lernen, weil mir die Medienberichterbestattung über diese Band ein Bild der Abscheu eingepflanzt hatte. Erst von jungen Fans habe ich gelernt, mit dieser Musik umzugehen und mein Bild von den Onkelz korrigiert“

    Der Großteil der Journalisten und andere Leute, die die Onkelz als rechtsradikal bezeichneten, trugen nicht gerade dazu bei, die Rechtsradikalen von der Band wegzubringen. Obwohl sie selbst kritisierten, dass die Onkelz noch rechte Fans hatten, dass sie sich nicht genug distanziert hätten etc., gaben sie ihnen gerade dazu keine Chance. In Frankfurt z.B. weigerten sich Udo Lindenberg und Peter Maffay 1992, an einem Rock-gegen-Rechts-Festival teilzunehmen, wenn die Böhsen Onkelz auch kommen würden. Daraufhin wurden die Onkelz sofort wieder ausgeladen.

    Diejenigen, die sich in der Öffentlichkeit positiv über die Onkelz äußerten, waren verpönt und wurden immer wieder angegriffen und als rechtsradikal abgestempelt. Fensterscheiben, in denen Onkelz-Poster hingen, wurden eingeschmissen, Fans, die mit Onkelz-T-Shirts herum liefen wurden verprügelt, Plattenverkäufer bekamen Drohanrufe („Liegt dir was an deiner Gesundheit, dann hör auf mit dem Verkauf“), es wurde vorgeschlagen, in Zukunft alle Bellaphon-Produkte zu boykottieren, bis sie aufhören, Onkelz-Scheiben zu produzieren, Konzertveranstalter gerieten unter Druck und mussten mit Absagen von anderen Bands rechnen, wenn sie die Böhsen Onkelz unterstützten, die Chefs der großen Musik-Firmen sollen angeblich mit Rausschmiss gedroht haben, wenn sich einer ihrer Mitarbeiter positiv über die Onkelz äußern würde.

    Die wenigen, die sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzten, mussten danach ihre negativen Vorurteile korrigieren. Z.B. schrieb Edgar Klüsener 1987 im „Metal Hammer“ folgende Plattenkritik zu der „Onkelz wie wir“, weil er sich vorher auch nicht mit dem Thema beschäftigt hatte und sie nur vom Hörensagen kannte: „Die Onkelz haben ein Album raus gebracht, was ganz sicher seine Reize hat… was mit einer guten Durchschnittsnote bewertet werden könnte, wenn nicht, ja wenn nicht altbekannte Nazi-Skins der härtesten Sorte dahinter stecken würden, denen ich eine Bewusstseinsänderung nicht so ohne weiteres zutraue…“

    Daraufhin bekam der Metal Hammer jede Menge Leserbriefe von empörten Fans und auch die Onkelz persönlich meldeten sich bei Edgar und baten um ein Interview, um die Sache klarzustellen, denn die Meinung der Fachpresse war ihnen wichtig, und von denen wollten sie sich auf keinen Fall als Nazis beschimpfen lassen. Nach diesem Interview schrieb Edgar unter der Überschrift: „Böhse Onkelz — böse ja, rechtsradikal nein!“ folgendes: „…sie (die Fans) wähnten mich geistig umnachtet, vorurteilsbeladen und wünschten mir per Postkarte gute Besserung.

    Grundtenor: „Wir sind weder Nazis noch Skins, wohl aber Fans der Böhsen Onkelz, und du, mein Junge, liegst voll daneben mit deiner Kritik.‘

    Sollte ich wirklich vorschnell geurteilt haben und etwa gar einem falschen Image aufgesessen sein? Na ja, und wenn schon, dachte ich mir. Und dann meldeten sich plötzlich selbst die Böhsen Onkelz.“ Fazit nach dem Gespräch mit Stephan und Gonzo: „…so weit, so Onkelz.

    Den Vorwurf, die Böhsen Onkelz seien eine Neonaziband, nehme ich an dieser Stelle und nach diesem Gespräch ausdrücklich zurück!“ Somit war der „Metal Hammer“ eine der ersten Zeitschriften, die sich mit dem Thema auskannten und nicht mehr von einer Neonaziband sprachen. Mehrere Fachblätter zogen nach. Später, Anfang der 90er verteilte die Heavy-Metal- Presse, die sich wirklich mit dem Thema beschäftige, ständig Bestnoten an die Onkelz und sie wurden oft von den Lesern zu einer der besten Bands gewählt.

    Der Tagespresse, die den Onkelz zu diesem Nazi-Band-Image verholfen, welches ihnen noch heute anlastet, widmeten sie zahlreiche Lieder: „10 Jahre“, „Zeig mir den Weg“, „Ach, sie suchen Streit“, „Fahrt zur Hölle“, „Meister der Lügen“, „Danke für nichts“:

    Danke für nichts

    Auf einmal mögt Ihr uns
    Wie kann das sein?
    Gepuscht wird was verkauft
    Schließt das uns ein?
    Gestern noch verschwiegen
    Heute auf’m Cover
    Morgen Mamas Liebling
    Futter für die Gaffer?

    Du bist nicht wie ich
    Wie kannst du für mich reden?
    Du weißt nicht wie ich denke
    Ich leb‘ mein eigenes Leben
    Du weißt nicht wo ich herkomm‘
    Selbst wenn Du es weißt
    Du weißt nicht wie ich fühle
    Du weißt nicht was es heißt
    Ich zu sein
    Komm und sag mir was ich meine
    Komm und sag mir wer ich bin
    Analysiere mich, finde nichts
    Und bleibe ein dummes Kind

    Wir sind noch lange, noch lange keine Freunde
    Wir sind noch lange nicht soweit
    Danke für nichts

    Du hilfst mir dich zu hassen
    Danke für nichts
    Danke für nichts
    Ändert Euren Namen, sagst Du
    ändere Deinen
    Nur weil du alles besser weißt
    Fang ich nicht an zu schleimen
    Nichts würde sich ändern
    Nicht in Tagen, nicht in Jahren
    Die Wahrheit ist in dir
    Und nicht in Deinem Namen

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